Moin moin!
Anfang des Jahres sind bei uns zwei neue Kaffees ins Sortiment eingezogen: der Rwanda Women’s Coffee und der Pacha Mama aus Peru.
Und nachdem die beiden jetzt schon eine Weile bei uns stehen, geröstet werden und hoffentlich auch bei dem einen oder anderen von euch regelmäßig in der Tasse landen, wird es Zeit, mal ein bisschen genauer hinzuschauen.
Denn bei beiden Kaffees geht es nicht nur darum, dass sie gut schmecken. Hinter ihnen stehen Projekte und Strukturen, die zeigen, dass Kaffee auch anders funktionieren kann: transparenter, langfristiger und mit mehr Wertschöpfung dort, wo der Kaffee eigentlich herkommt.
Und ja – schmecken müssen sie natürlich trotzdem. Sonst kommen sie uns nicht in die Tüte.
Rwanda Women’s Coffee – guter Kaffee und starke Frauen
Der Rwanda Women’s Coffee ist ein 100 % Arabica aus Ruanda und geschmacklich definitiv der etwas lebhaftere von den beiden.
Rote Früchte, Vanille und Karamell treffen auf eine feine Süße und eine schöne, klare Struktur. Wir rösten ihn mittel, sodass die Fruchtigkeit erhalten bleibt, ohne dass der Kaffee zu spitz oder zu säurebetont wird. Besonders gut funktioniert er im Handfilter, in der AeroPress oder in der French Press.
Aber der Name Women’s Coffee steht eben nicht einfach nur hübsch auf der Packung.
Hinter dem Rohkaffee steht ein Women-Coffee-Projekt, das Frauen im ruandischen Kaffeesektor gezielt fördern soll. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem biologischer Anbau, Rückverfolgbarkeit, Qualitätssicherung und nachhaltige Produktionsmethoden. Gleichzeitig geht es darum, Frauen stärker an der Wertschöpfung rund um ihren Kaffee zu beteiligen.
Und das ist ein Thema, das in Ruanda ziemlich relevant ist. Frauen übernehmen einen großen Teil der Arbeit im Kaffeeanbau, haben aber traditionell häufig weniger Einfluss auf wirtschaftliche Entscheidungen und weniger finanzielle Unabhängigkeit. Projekte rund um von Frauen produzierten Kaffee setzen genau dort an: mehr Mitsprache, mehr Transparenz und bessere Möglichkeiten, mit hochwertigem Kaffee auch ein besseres Einkommen zu erzielen.
Wir finden: Das ist eine Geschichte, die man ruhig kennen darf, während man den Kaffee trinkt.
Zum Glück muss man ihn dafür nicht aus Mitleid kaufen. Der Kaffee ist nämlich auch einfach verdammt lecker.
Pacha Mama – wenn die Bauern selbst mit am Steuer sitzen
Unser zweiter Neuzugang führt uns einmal quer über den Atlantik nach Peru.
Der Pacha Mama ist ebenfalls ein 100 % Arabica, geschmacklich aber deutlich ruhiger und klassischer unterwegs. Schokolade, Vanille und Karamell stehen im Vordergrund, dazu kommt eine leichte Fruchtigkeit. Rund, weich und ziemlich unkompliziert – im besten Sinne.
Wenn dir der Rwanda ein bisschen zu fruchtig ist und du morgens lieber etwas Schokoladiges in der Tasse hast, dürfte der Pacha Mama ziemlich genau dein Kandidat sein.
Spannend wird es aber auch hier hinter den Kulissen.
Pacha Mama steht für ein Kooperativenmodell, das von den Kaffeebauern selbst kontrolliert und geführt wird. Mehrere Kleinbauernkooperativen schließen sich dabei zusammen. Statt dass die komplette Wertschöpfung von externen Unternehmen bestimmt wird, bleiben die Produzenten selbst stärker beteiligt. Das schafft mehr wirtschaftliche Stabilität und ermöglicht gleichzeitig Investitionen in bessere Anbaumethoden und höhere Kaffeequalität.
Und genau das gefällt uns an diesem Ansatz.
Denn am Ende reden wir beim Kaffee gerne über Mahlgrade, Wassertemperaturen und darüber, ob man jetzt 15 oder 16 Gramm Kaffee nehmen sollte. Alles wichtig – zumindest für uns Kaffee-Nerds.
Aber bevor die Bohne überhaupt bei uns im Röster landet, haben ziemlich viele Menschen ziemlich viel Arbeit damit gehabt.
Wenn Produzenten nicht einfach nur Rohkaffee abliefern, sondern selbst mehr Kontrolle über ihre Strukturen und ihre Wertschöpfung behalten, ist das aus unserer Sicht ein ziemlich vernünftiger Weg.
Beim Pacha Mama kommt noch etwas dazu: Die Kaffees werden gezielt und selektiv per Hand geerntet. Während der Ernte gehen die Pflücker mehrfach durch die Kaffeepflanzen und nehmen jeweils nur die wirklich reifen, tiefroten Kirschen mit. Mehr Aufwand? Definitiv. Aber eben auch eine deutlich bessere Grundlage für gleichmäßige Qualität in der Tasse.
Zwei Kaffees, zwei ziemlich unterschiedliche Tassen
Geschmacklich könnten die beiden ruhig ein bisschen weiter auseinanderliegen.
Der Rwanda Women’s Coffee ist fruchtiger, lebendiger und etwas spannender. Rote Früchte, Vanille und Karamell – perfekt, wenn du beim Filterkaffee gerne ein bisschen mehr entdecken möchtest.
Der Pacha Mama ist schokoladiger, weicher und klassischer. Vanille, Karamell und eine leichte Fruchtnote machen ihn zu einem Kaffee, den man ziemlich problemlos jeden Morgen trinken kann.
Oder anders gesagt:
Rwanda, wenn du morgens Lust auf etwas Besonderes hast.
Pacha Mama, wenn du einfach denkst: Gib mir einen richtig guten Kaffee und lass mich erstmal in Ruhe.
Beides völlig legitime Lebensentwürfe.
Warum wir die beiden aufgenommen haben
Natürlich suchen wir neue Kaffees zuerst danach aus, was am Ende in der Tasse passiert.
Ein tolles Projekt macht aus mittelmäßigem Kaffee keinen guten Kaffee.
Aber wenn beides zusammenkommt – gute Qualität und eine Geschichte beziehungsweise Struktur, hinter der wir stehen können – wird es für uns besonders interessant.
Genau deshalb haben wir den Rwanda Women’s Coffee und den Pacha Mama Anfang des Jahres ins Sortiment aufgenommen.
Zwei völlig unterschiedliche Kaffees. Zwei unterschiedliche Länder. Zwei unterschiedliche Ansätze.
Aber bei beiden geht es darum, hochwertigen Kaffee nicht losgelöst von den Menschen zu betrachten, die ihn anbauen.
Und wenn dabei am Ende noch eine richtig gute Tasse Kaffee herauskommt, haben wir ehrlich gesagt auch nichts dagegen.
Probiert euch durch – und sagt uns gerne, welcher von den beiden bei euch vorne liegt.
Wir haben unseren Favoriten natürlich längst.
Aber den verraten wir nicht.
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